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Nordkoreas Diktator Kim Jong Il ist tot


Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il ist tot – bis die Nachricht vom Ableben des aus dem von der Außenwelt fast hermetisch abgeriegelten Land zu den internationalen Medien gelangte, dauerte es fast 52 Stunden – nach offiziellen Angaben erlag der „geliebte Führer“ im Alter von 69 Jahren bereits am vergangenen Samstag einem Herzinfarkt, während er auf einer Inspektionsreise mit dem Zug sein Land bereiste. Das Begräbnis soll am 28. Dezember 2011 stattfinden. Nordkorea trauert – vermutlich nicht zuletzt auf offizielle Weisung – exzessiv um seinen toten Staatschef. Dieser ist inzwischen in Pjöngjang in einem Glassarg aufgebahrt. Als designierter Nachfolger gilt sein Sohn Kim Jong Un.

Steinzeit-Kommunist mit Atom-Programm

Kim Jong Il regierte Nordkorea seit 1994, dem Todesjahres seines Vaters Kim Il Sung – des „großen Führers“ – mit ausgesprochen harter Hand. Das nordkoreanische Regime ist einer der letzten Repräsentanten eines orthodoxen Kommunismus in einer seiner rigidesten Varianten. Etwa 200.000 politische Gefangene sollen in Arbeitslagern interniert sein. In den letzten Dekaden machte das Land internationale Schlagzeilen vor allem durch sein Atomwaffenprogramm, regelmäßige Aggressivitätsbekundungen gegenüber dem Nachbarn Südkorea und der internationalen Gemeinschaft – und durch Hungersnöte, die hundertausende Todesopfer forderten.

Erst Anfang 2011 hatte Pjöngjang seine diplomatischen Vertretungen im Ausland angewiesen, um Nahrungsmittel-Hilfe zu bitten. Reformen der maroden Wirtschaft des Landes lehnte die Führungsspitze um Kim Jong Il dagegen rigoros ab.

Die Ressourcen Nordkoreas flossen unter der Ägide Kim Yong Ils ebenso wie unter seinem Vorgänger Kim Il Sung sehr konsequent in den Aufbau des Militärs – die nordkoreanische Armee ist heute mit circa 1,5 Millionen Soldaten eine der zahlenmäßig stärksten Armeen der Welt. Privat wurden dem Diktator Leidenschaften etwa für französischen Cognac und Hollywood-Filme nachgesagt, von letzteren soll er eine Sammlung von über 20.000 Exemplaren besessen haben. Nach einem Schlaganfall 2008 holte er Kim Jong Un an die Parteispitze, um sein „Erbe“ zu regeln.

Nordkorea – Prognosen mit mehreren Unbekannten

Die asiatischen Nachbarn fürchten nach dem Tod des Diktators in Pjöngjang eine Destabilisierung der gesamten Region, zudem das Land mit Südkorea offiziell nach wie vor im Krieg liegt. Experten prognostizieren allerdings keine größeren militärischen Abenteuer – Nordkorea ist nicht stark genug für eine Offensive, durch seine Nuklearwaffen allerdings fast nicht angreifbar. Die großen Unbekannten liegen derzeit vor allem in der künftigen Entwicklung des nordkoreanischen Atomwaffen-Programms und der Profilierung von Kim Jong Un als Staatschef. Beobachter meinen, dass sich der angeblich 29-jährige als Partei- und Regierungsoberhaupt erst positionieren muss und dies möglicherweise durch aggressiven Aktionismus respektive das Provozieren einer außenpolitischen Krise tun wird. Optimistischere Szenarien gehen dagegen vom Beginn des Bröckelns des Regimes aus.

Am kommenden Donnerstag werden sich US-Diplomaten mit Vertretern des nordkoreanischen Regimes in Peking treffen, um über Lebensmittel-Lieferungen zu beraten. Die bereits seit längerem geplanten Gespräche sollten eigentlich den Weg für neue Nuklear-Verhandlungen ebnen – unter den Bedingungen des Regierungswechsels wohl mit noch ungewisserem Ausgang als bisher. Die nordkoreanische Regierung übte sich nach dem Tod des „geliebten Führers“ jedenfalls ein weiteres Mal in deutlichem Säbelrasseln – noch am Samstag soll das Regime eine Kurzstreckenrakete getestet haben.

Kategorie: politik

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